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Testament schreiben: Der erste Schritt zur Planung

Warum ein Testament wichtig ist und welche Formen es gibt – wir erklären die Unterschiede zwischen handschriftlich und notariell beglaubigt.

7 Min Lesedauer Anfänger März 2026
Testament und Feder auf Schreibtisch mit Rechtsdokumenten und Lesebrille

Warum Sie ein Testament brauchen

Ein Testament ist weit mehr als nur ein Dokument – es’s Ihre letzte Stimme. Ohne Testament entscheidet nicht Ihre Familie, sondern das Gesetz. Die gesetzliche Erbfolge berücksichtigt nicht Ihre persönlichen Wünsche oder Ihre individuelle Lebenssituation.

Viele Menschen schieben diese Aufgabe auf. „Ich bin noch jung” oder „Das kümmert sich von selbst” – so denken viele. Aber hier’s die Realität: Ein Testament zu schreiben ist nicht kompliziert. Es braucht nur Zeit und etwas Klarheit über das, was Ihnen wichtig ist.

Der erste Schritt? Verstehen, welche Optionen Sie haben und welche Form zu Ihrer Situation passt.

Person am Schreibtisch mit Testament und Dokumenten, durchdachter Blick, natürliches Licht

Die zwei Formen: Handschriftlich und notariell

Jede Form hat Vorteile und Herausforderungen. Welche passt zu Ihnen?

Handschriftliches Testament

Wie es funktioniert: Sie schreiben das Testament komplett von Hand – nicht mit Schreibmaschine oder Computer. Das ist gesetzlich erforderlich.

Kosten: Keine Notargebühren. Sie sparen 300–500 Euro oder mehr.

Flexibilität: Sie können es jederzeit ändern oder vernichten – ohne formale Prozesse.

Das Risiko: Wenn die Handschrift unklar ist oder die Anforderungen nicht genau erfüllt sind, kann das Testament angefochten werden. Dann entscheidet am Ende doch das Gericht.

Notarielles Testament

Wie es funktioniert: Ein Notar beglaubigt Ihr Testament. Das Dokument wird beurkundet und in das Notarregister eingetragen.

Sicherheit: Ein notarielles Testament kann fast nicht angefochten werden. Der Notar prüft alles und dokumentiert, dass Sie testierfähig sind.

Kosten: Je nach Vermögen 300–800 Euro. Aber für größere Vermögen oder komplexe Situationen lohnt sich das.

Aufwand: Sie müssen einen Termin machen. Das dauert – aber nur einmal.

Was gehört in Ihr Testament?

Ein Testament muss nicht lang sein. Es braucht aber die wesentlichen Punkte.

  • Ihre Erben: Wer erbt was? Seien Sie präzise. „Mein Haus geht an meinen Sohn” ist besser als vage Formulierungen.
  • Executor oder Testamentsvollstrecker: Wer soll Ihr Testament umsetzen? Oft ist das ein Familienmitglied oder ein Anwalt.
  • Besondere Wünsche: Bestattungswünsche, Vermächtnisse an Organisationen oder spezielle Gegenstände für bestimmte Personen.
  • Unterschrift und Datum: Beides ist Pflicht. Ohne Unterschrift ist das Testament ungültig.

Das Wichtigste: Seien Sie klar und konkret. Mehrdeutige Formulierungen führen zu Streit unter Erben.

Nahaufnahme von Testament mit Unterschrift, Stift und offenes Gesetzbuch im Hintergrund

Schritt für Schritt zum Testament

So gehen Sie praktisch vor

01

Inventar machen

Schreiben Sie auf, was Sie haben – Immobilien, Geldkonten, Versicherungen, Schmuck, Fahrzeuge. Klären Sie auch Schulden. So sehen Sie, was Sie weitergeben möchten.

02

Entscheidungen treffen

Überlegen Sie: Wer soll was bekommen? Gibt es Menschen, die Sie bewusst ausschließen möchten? Welche Wünsche sind Ihnen persönlich wichtig?

03

Form wählen

Handschriftlich oder notariell? Das hängt von Ihrem Vermögen und der Komplexität Ihrer Situation ab. Bei einfachen Verhältnissen reicht handschriftlich.

04

Schreiben oder beglaubigen

Für handschriftliche Testamente: Schreiben Sie alles von Hand. Für notarielle: Vereinbaren Sie einen Termin mit einem Notar in Ihrer Nähe.

05

Aufbewahrung sichern

Notarielle Testamente werden beim Notar registriert. Handschriftliche Testamente sollten Sie an einem sicheren Ort aufbewahren – Tresor oder Notarregister.

06

Vertrauenspersonen informieren

Teilen Sie zumindest einer Vertrauensperson mit, wo Ihr Testament liegt. Sonst findet man es vielleicht nicht, wenn es gebraucht wird.

Familie sitzt zusammen am Esstisch und bespricht Testament, freundliche Atmosphäre, natürliches Licht

Wichtige Punkte, die viele vergessen

Pflichtteil: Sie können nicht jeden enterben. Ehegatten, Kinder und Eltern haben gesetzliche Erbrechte. Sie können diesen Personen zwar Vermögen vorenthalten – aber nur bis zur Grenze des Pflichtteils. Wer mehr erhalten hätte, bekommt zumindest die Hälfte.

Erbschaftsteuer: Achten Sie auf Freibeträge. Je nach Verwandtschaftsgrad gibt’s unterschiedliche Grenzen – von 400.000 Euro für Ehepartner bis 20.000 Euro für nicht verwandte Personen. Wer’s wissen will: Das ist ein separates Thema, das wir uns später genauer ansehen.

Schenkungen zu Lebzeiten: Sie müssen nicht warten, bis Sie sterben. Schenkungen während Ihres Lebens können strategisch sinnvoll sein – besonders wenn Sie Erbschaftsteuer sparen möchten. Auch hier gelten Freibeträge.

Der erste Schritt ist gemacht – jetzt kommt die Umsetzung

Ein Testament zu schreiben braucht nicht viel: Zeit zum Nachdenken, Klarheit über Ihre Wünsche und dann die richtige Form. Ob handschriftlich oder notariell – wichtig ist, dass Sie es tun.

Nicht jede Situation ist gleich. Manchmal ist eine handschriftliche Form völlig ausreichend. Manchmal lohnt sich ein Notar, um Streit zu vermeiden. Fragen Sie sich: Was passt zu meinem Leben? Dann entscheiden Sie sich.

Das Testament ist nicht in Stein gemeißelt. Sie können es ändern oder widerrufen – solange Sie noch die Fähigkeit dazu haben. Deshalb: Besser heute als morgen.

Nächste Schritte

  • Inventar Ihrer Vermögenswerte aufstellen
  • Entscheidung treffen: handschriftlich oder notariell?
  • Vertrauensperson informieren und Testament sicher aufbewahren
  • Regelmäßig überprüfen und anpassen (bei größeren Lebensereignissen)

Haftungsausschluss

Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen zum Thema Testament und Erbschaftsplanung. Es handelt sich nicht um rechtliche Beratung. Die Gesetze zur Erbfolge, Erbschaftsteuer und Testamentserstellung sind komplex und können sich ändern. Ihre persönliche Situation ist einzigartig. Wir empfehlen Ihnen dringend, einen Anwalt oder Notar zu konsultieren, bevor Sie ein Testament verfassen oder größere Erbschaftsentscheidungen treffen. Dieser Artikel kann keine individuelle rechtliche oder steuerliche Beratung ersetzen.