Testament schreiben: Der erste Schritt zur Planung
Erfahren Sie, warum ein Testament wichtig ist und welche Formen es gibt. Wir zeigen Ihnen den Weg zu einem gültigen Testament.
Lesen Sie weiterErfahren Sie, wie die Erbschaftsteuer funktioniert und wie Sie mit Freibeträgen legal Steuern sparen. Ein praktischer Leitfaden für 2026.
Die Erbschaftsteuer ist in Deutschland ein ernstzunehmendes Thema. Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie davon betroffen sind. Die gute Nachricht: Es gibt Freibeträge, die Ihnen helfen können, erhebliche Steuern zu sparen.
Mit den richtigen Strategien lässt sich die Steuerlast deutlich reduzieren. Schon mit grundlegendem Verständnis der Regelungen können Sie Ihre Familie schützen und mehr Vermögen weitergeben. Wir zeigen Ihnen, wie’s funktioniert.
Freibeträge sind der Kern jeder Erbschaftsplanung. Sie bestimmen, wie viel Vermögen Sie steuerfrei weitergeben können. Die Höhe hängt von zwei Faktoren ab: Ihrem Verhältnis zum Erben und der Steuerklasse.
Ehegatten haben’s gut — sie können 400.000 Euro steuerfrei erben. Kinder erhalten 400.000 Euro pro Elternteil. Das bedeutet: Ein Kind kann von beiden Eltern insgesamt 800.000 Euro ohne Steuern bekommen. Entferntere Verwandte haben deutlich kleinere Freibeträge, oft nur 20.000 Euro.
Das Wichtigste: Diese Freibeträge erneuern sich alle zehn Jahre. Das ermöglicht geschickte Planung schon zu Lebzeiten.
Es gibt mehrere bewährte Methoden, um die Erbschaftsteuer zu minimieren. Eine der effektivsten ist die Schenkung zu Lebzeiten. Hier’s die Idee: Wenn Sie Ihr Vermögen schrittweise verteilen, nutzen Sie die Freibeträge mehrfach.
Sagen wir, Sie haben ein Kind. Statt beim Tod 800.000 Euro zu vererben (und möglicherweise Steuern zu zahlen), können Sie bereits jetzt 400.000 Euro schenken. Nach zehn Jahren schenken Sie weitere 400.000 Euro. Das Kind erhält die gleiche Summe, aber die Steuerlast sinkt erheblich — manchmal auf null.
Wichtig: Schenkungen müssen dokumentiert werden. Lassen Sie sich beraten, welche Form für Ihren Fall passt.
Die Erbschaftsteuer wird nach Verwandtschaftsgrad gestaffelt. Nähere Verwandte profitieren von besseren Bedingungen.
Ehepartner, Kinder, Enkel
Ehepartner: 400.000
Kinder: 400.000 je Elternteil
Steuersatz: 7-30%
Geschwister, Neffen, Nichten
Geschwister: 20.000
Neffen/Nichten: 20.000
Steuersatz: 15-43%
Sonstige Personen
Freunde, Bekannte: 20.000
Arbeitgeber, Vereine: 20.000
Steuersatz: 30-50%
Ein Testament allein reicht oft nicht aus. Die optimale Gestaltung kombiniert mehrere Instrumente. Das Testament regelt, wer was bekommt. Schenkungen reduzieren die Erbmasse und nutzen Freibeträge mehrfach.
Ein Beispiel: Ein Unternehmer mit großem Vermögen kann Anteile zu Lebzeiten an seine Kinder schenken. Das spart Steuern bei der Betriebsübergabe. Gleichzeitig sichert er mit einem Testament, dass die Familie geschützt ist.
Das Timing ist entscheidend. Schenkungen müssen mindestens 10 Jahre vor dem Tod erfolgen, um die Freibeträge neu zu nutzen. Eine gute Planung beginnt früh — nicht erst im hohen Alter.
Das Zehnjahreszeitraum ist Ihr Freund. Nach 10 Jahren können Sie die gleichen Beträge erneut schenken, ohne dass diese angerechnet werden. Das ist die Basis jeder intelligenten Planung.
Jede Schenkung braucht Papiere. Notarielle Beurkundung ist oft sinnvoll — sie kostet Geld, spart aber am Ende deutlich mehr. Das Finanzamt will Beweis sehen, dass es tatsächlich eine Schenkung war.
Immobilien und Wertpapiere haben unterschiedliche Regelungen. Immobilien, die Sie schenken oder erben, können unter Umständen mit Spekulationsfristen verbunden sein. Das sollte in der Planung berücksichtigt werden.
Wer zu spät plant, verliert Geld. Die beste Zeit für Erbschaftsplanung ist jetzt — nicht wenn es zu spät ist.
— Fachratgeber für Erbrecht
Nein, nicht automatisch. Solange Sie innerhalb der Freibeträge bleiben, fallen keine Steuern an. Über den Freibetrag hinaus wird es teuer — daher ist die Planung so wichtig.
Ja, aber mit einer Bedingung: Zwischen Schenkung und Erbschaft müssen mindestens 10 Jahre liegen. Dann erneuert sich der Freibetrag und Sie können erneut 400.000 Euro steuerfrei weitergeben.
Immobilien werden mit ihrem Verkehrswert bewertet. Es gibt aber Begünstigungen: Das Familienheim ist unter bestimmten Bedingungen steuerfrei, und Betriebsvermögen kann Steuererleichterungen nutzen.
Erbschaftsteuer und Freibeträge sind nicht kompliziert — sie sind nur anders. Mit grundlegendem Verständnis lassen sich große Summen sparen. Die Regeln sind da, um Ihnen zu helfen, nicht um Ihnen zu schaden.
Der erste Schritt? Machen Sie eine Bestandsaufnahme Ihres Vermögens. Wer soll was bekommen? Dann beraten Sie sich mit einem Fachanwalt oder Steuerberater. Eine oder zwei Stunden Beratung heute können Ihrer Familie morgen tausende Euro sparen.
Beginnen Sie jetzt — nicht morgen. Je früher Sie planen, desto mehr Möglichkeiten haben Sie.
Erfahren Sie mehr über Testament und Erbfolge oder lesen Sie, wie Schenkungen zu Lebzeiten funktionieren. Jeder Artikel gibt Ihnen konkrete Schritte für Ihre Situation.
Testament schreiben: Der erste SchrittDieser Artikel ist zu Bildungszwecken gedacht und ersetzt keine Rechtsberatung. Die Erbschaftsteuer und Freibeträge unterliegen komplexen Regelungen, die sich ändern können. Ihre Situation ist einzigartig und erfordert individuelle Beratung durch einen Fachanwalt oder Steuerberater. Wir empfehlen dringend, einen Experten zu konsultieren, bevor Sie finanzielle oder rechtliche Entscheidungen treffen.